Dienstag, 29. Mai 2018

CL - Finale 2018: Drei weinende Spieler, zwei Torwartfehler, ein strahlender Sieger.


Es geschah am Samstag, den 26. Mai 2018 um 21.54 im " Valerij Lobanoskyj - Stadion " in Kiev. Das Endspiel in der hoch stilisierten " Königsklasse " zwischen dem Titelverteidiger Real Madrid und dem FC Liverpool befand sich in der 51. Minute. Der Liverpooler Torhüter Lorius Catius versucht, den zuvor erhaltenen Ball abzuwerfen. Der Spieler Benzema von Real Madrid erahnt die Flugbahn des Balles, hält den rechten Fuß dazwischen, der Ball springt hiervon ab und trudelt ins Liverpooler Tor.

Das 1:0 für die Madrilenen fiel aus dem Nichts. Zuvor begegneten sich zwei Fußballmannschaften, um es mit dem inflationär genutzten und abgedroschenen Kommentatorenbegriff zu umschreiben: " auf Augenhöhe ". Bis auf das gelbwürdige, das rüde Einsteigen des Klopper Sergio Ramos gegen den Weltklassespieler " Mo " Salah sowie des Wechsels des Abwehrspielers Daniel Carvajal bei Real, tat sich - ausfgrund der taktischen Ausrichtungen beider Teams - nahezu nichts.

Die zutreffende Analyse des " Sky " - Kommentators Wolff - Christoph Fuss lautete  - sinngemäß - deshalb: " Was haben wir bislang gesehen? Zwei weinende Spieler, eine Doppelchance, ein Abseitstor der Spanier, ein paar brauchbare Chancen auf beiden Seiten und leicht feldüberlegene Reds? "

Nicht mehr und nicht weniger!

Es konnte also nach der Halbzeit nur noch besser werden.

Was der derzeit beste Fußkommentator im bezahlten Fernsehen, den ich alle Male und immer wieder, der Bazu - Quatschtüte Rethy vom ZDF vorziehen werde, in der 51. Minute der Spielzeit zu sehen bekam, entlockte dem ansonsten eher nüchternen " Sky " - Mann einen entsetzten Aufschrei: " Karius! Was macht Karius? Um Himmels Willen! "

Dabei war der Ex - Mainzer, der deutsche Profi im roten Liverpooler Dress, in bester Gesellschaft mit anderen Keeper der Welt, die einst mit der schönsten Nebensache derselben, Geld und Privilegien dafür erhielten.

Und während ich genauso perplex, wie der " Sky " - Mitarbeiter Fuss und die Millionen an der Bildschirmen, ob des Lapsuses, der Slapstick - Einlage, des Loris Carius war, kamen mir Erinnerungen, an einige Torhüter, die ähnliche Fehlleistungen - wenngleich auch nicht immer Spiel entscheidende - aufzuweisen hatte.

Da war es der " Bundes - Sepp " im Trikot des großen FC Bayern, der ewige Gigant, Sepp Maier, dem dieses unterlief:

Natürlich hat auch der Maier-Sepp dumme Tore kassiert. Das vielleicht dümmste von allen an einem lauen Mainachmittag 1968 in Mailand. Der FC Bayern, Titelverteidiger im Europacup der Pokalsieger, gastierte zum Halbfinale beim AC Milan und verlor, weil sein Torwart sich besonders schusselig anstellte. Doch der beruft sich 36 Jahre später auf Gedächtnislücken: "Ein Tor in San Siro? Daran erinner' i' mi' überhaupt nimmer."
Das Gedächtnis von Franz Beckenbauer funktioniert da viel besser. Er hat sofort alle Details parat, korrigiert den Fragesteller, der einen falschen Torschützen im Kopf hatte ("Nein, das war nicht der Prati, der Sormani war's") - und poltert dann los: "Das war kein Tor, das war eine Tätlichkeit." Genauso sah das auch Sepp Maier - vor dem großen Vergessen. "Sormani ist mit vorgestreckter Sohle eingestiegen, ein klares Foul. Vom Platz hätt' er gehört!", wird der trostlose Torwart damals im "Kicker" zitiert. "

 Zitatende - aus: 

http://www.spiegel.de/sport/fussball/jahrhunderttor-sepp-maier-und-der-unsichtbare-treffer-a-326574.html

Der war quasi ein Karius - Vortänzer.


Einst, ich ließ mir als Fußballverrückter und Teenager, dieses Spiel natürlich nicht entgehen, obwohl damals noch " 60er " - Fan war, jedoch Patriot durch und durch und deshalb die " Spaghettis " nicht wegen ihres besseren technisch - taktischen Spiels gegen deutsche Mannschaften, sonder mehr aufgrund der oft üblichen Kloppereinlagen und ihres unfairen Spiels dabei, bis aufs Blut hasste und deshlalb dem FCB die Daumen drückte, verstand ich nicht, warum der Shiedsrichter an jenem Tag vor 50 Jahren auf den Mittelkreis zeigte und dieses Tor anerkannte. 


Gesehen hatte kein TV - Glotzer die Aktion, denn die Kamera war längst wegen der einfachen Übertragungstechniken zum Mittelfeld des Platz im berühmt- berüchtigten Mailänder " San Siro " - Stadion geschwenkt.  " Bundessepp " Mairer aber, rastete völlig aus und wollte dem Mailänder Sormani an die Wäsche. Er konnte gerade so davon abgehalten werden.


Natürlich hat er seinen Fauxpas noch in Erinnerung, dieser Oberbazi!


Viele Jahre danach, ich war längst Werder - Anhänger und Bayern - Hasser, kam es im Bremer Weserstadion zu einer der unzähligen Bundesligapartien, bei denen meine Grün - Weißen noch mithalten konnten. 

Jean - Marie Pfaff, der belgische Torhüter ließ einen wuchtigen Einwurf des Bremers Uwe Reinders, der nicht nur auf dem Platz ein Zocker war, ins Tor hoppeln.
Es war in der Saison 1982 / 1983, als dieser Patzer zum Gespött der gesamten Fußballnation und auch darüber hinaus wurde:




Aber auch der zum " ZDF - Experten - hoch gejazzte Torwart - Titan Oliver Kahn, war nicht frei von Patzern:




Kahn hatte im entscheidenden Spiel gegen den SVW beim Versuch, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu befördern, den Werderaner Ivan Klasnic übersehen, die Kugel zudem zu weit vorgelegt und dadurch das 1:0 für Werder verursacht.



Tja, weil aber " Sky " - Kommentator Wolff Fuss nach dem Karius - Patzer sich an den " Fliegenfänger " Bruce Grobbelaar, erinnerte, der nicht nur wegen diverser Patzer zu einer Lachnumer verkam, sondern auch wegen ihm zunächst nur vorgeworfener Spielmanipulation vom englsichen High Court rechtskräftig zur Schadenersatzzahlung verurteilt wurde, weil er in einem Spiel offensichtlich neben den Ball griff, gab es auch noch den Liverpooler Ray Clemens, der sich mit dem ehemaligen Profi Rainer Bonhof ein Privatduell auf den Grünen Rasen erlaubte und dabei so den Kürzeren zog:





Weniger folgenreich waren die Clownerien des einstigen, leider viel zu früh verstorbenen UdSSR - Auswahl - Torhüter Rudakow ( https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Wassiljewitsch_Rudakow ).

Der ansonsten zuverlässige Torhüter von Torpedo Moskau, der einst im gleichen Atemzug mit der Legende Lew Jaschin genannt wurde, war im Europameisterschaftsendspiel 1972 gegen die BRD hyper nervös. Ihm unterliefen in dem Finale im Brüssel Heyssel - Stadio gegen die glänzend aufgelegte vom gebürtigen Dresdner Helmut Schön trainierte BRD - Auswahl eine Reihe - zumeist aber nich Spiel entscheidende - Fehler.


So faustete er beispielsweise einen Gewaltschuss, einen " Hammer, " des exzellent aufspielenden Günter Netzer derart steil in den Nachmittagshimmel des Heyssel - Stadion, dass sein Mitspieler die " Rakete " nur mit Mühe entschärfen und aus dem Strafraum bugsieren konnte. Abwehrmann Wladimir Kaplichni konnte sich ein breites Grinsen, ob des Lapsuses seines Torhüters, anschließend nicht verkneifen.
Nun, ja, die BRD - Auswahl gewann aber auch ohne die Fehler des guten Rudakow mit 3:0. 

 ( https://de.wikipedia.org/wiki/Fußball-Europameisterschaft_1972 )


Wenn nach dem CL - Finale in der Ukraine, die halbe Fußballwelt auf den armes Loris Karius wegen der beiden Fehler herum hackt ( wobei ich im Gegensatz zu dem kompetenten Wolff Fuss, die Ansicht vertrete, dass der zweite Bale - Streich nicht unbedingt absolut haltbar sein muss, denn der Weltklassemann aus Wales hat eine ausgefeilte Schusstechnik, mit der er in der Lage ist die Bälle so zu " schnippeln ", dass sie nicht nur flattern, sondern insich drehen ), so muss dem armen Tropf zu Gute gehalten werden, dass es eben andere, weitaus größere Kollegen gegen hat und noch gibt, denen solche " Klopper " auch unterlaufen sind.

Und mal ehrlich: Dem Loris Karius ein glatte " 6 " für die gezeigte Leistung zu geben, ist ´ne Frechheit vom " kicker ". Aber, von einer Hofberichterstatungspostille des FC Bayern aus Bayern ist nix anderes zu erwarten.

Und dass nach dem Spiel in den Sozialen Netzwerken ein " Karius Bashing " mit Morddrohungen von Schwachmaten initiiert wurde, hat mit dem Fußball auch nichts zu tun. Fehler machen nicht nur Torhüter!

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