Mittwoch, 29. November 2017

Weihnachtsmärchen



Ab heute darf es dann überall so richtig los gehen. Die mehr als 1400 Weihnachtsmärkte haben nun endlich bundesweit eröffnet. Hach, was ein Trubel, welch´ein Treiben, was für eine Abzockerei und alle sind dabei?

Doch so richtige Freude mag dann doch nicht aufkommen. Vor vielen größeren Weihnachtsmärkten stehen Betonelemente, um möglich Anschläge nach dem Prinzip des erschossenen Mörders Amri, zu verhindern. Dazu wird vor den professionellen Taschendieben aus den armen Regionen Europas gewarnt, die alljährlich zu dieser, glänzenden Zeit auf den Weihnachtsmärkten ihr Unwesen treiben.

Das stört die vorweihnachtliche Stimmung doch ganz gehörig.

Aber der, der bundesdeutschen Leitkultur Nachäffende hat schon vorgesorgt. Er lässt sich nicht von islamistischen Fanatikern abschrecken, sondern trinkt seinen Glühwein im Stehen, das Umfeld ständig im Blick, die linke Pranke an der Gesäßtasche und die Sinne für eventuelle Antanz - Anrempel oder Ketschup - Senfflecken verursachenden Aktionen geschärft, um ständig angemessen reagieren zu können.

Da nimmt er dann auch gerne in Kauf, dass es in diesem, unserem, Lande, keine einheitliche Benennung für die vielen Kommerzveranstaltung in der Vorweihnachtszeit gibt, sondern jede Stadt ihren Markt mit einem eigenen Namen bezeichnet. Da gibt es beispielsweise den Nürnberger " Christkindlmarkt ", den Berliner " Weihnachtszauber " oder den Hamburger " Santa - Pauli - Markt " oder unseren " Striezelmarkt ", den ältesten Weihnachtsmarkt in Deutschland.

Neben den unendlich vielen Filmen zu und über Weihnachten, den Tannenbäumen, die millionenfach in den nächsten Tagen verkauft werden und den üblichen Geschenkorgien am Heiligen Abend , zählt der Besuch eines Weihnachtsmarkts in dieser, ach so unbesinnlichen Zeit, zu dem festen Größen der Weihnachtszeit. Dabei dürfen natürlich nicht die Weihnachtsmärchen vergessen werden, die es hierzu gibt. Ob nun " Sterntaler ", " Die Goldkinder " oder " Die Schneekönigin ", sie gehören eben dazu, wenn es um das Einstimmen der Kinder und kindlichen Erwachsenen auf das Weihnachtsfest geht.

Ein Märchen ganz anderer Art erzählte indes vor zirka 2 Wochen die einstige CDU - Bundestagsabgeordnete und jetzige Parteilose Erika Steinbach, als sie diesen " Tweet " absetzte:


Was danach über die Stadt sowie den ebenfalls parteilosen Bürgermeister Volker Hatje an Hass aus dem Dunstkreis der Neofaschisten und anderen Verblendeten aus der völkisch denkenden Minderheit stammend, gekübelt wurde, lässt sich u.a. hier nachlesen:


http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Steinbachs-Hetze-laesst-Elmshorner-kalt,lichtermarktelmshorn104.html

Steinbach, Jahrgang 1943, hat längst den Zenit ihres Lebens überschritten. Sie war selbst Flüchtling, denn sie wurde in Rahmel , das  einst zu Westpreußen gehörte, geboren und floh mit ihrer Mutter bevor der II. Weltkrieg beendet war. Sie müsste sich eigentlich noch ganz gut daran erinnern können, was es heißt, als Flüchtling in einer Gesellschaft zu leben. Als Mensch zweiter Klasse zu gelten und als " Kartoffelkäfer " von den Einheimischen verunglimpft zu werden. Doch der Mensch ist ja mehrheitlich eine lernfähige Einheit. Steinbach zählt deshalb zu den Protagonisten, die es verstanden haben, sich mit der Vergangenheit zu arrangieren. Sie hetzte einst gegen die geltenden Grenzen nach 1945 und reklamierte für die aus den so genannten Ostgebieten Vertriebenen einen Rückkehranspruch. Zudem verlangte ein Teil ihres " Bund Deutscher Vertriebener " eine Entschädigung von den jeweiligen Staaten, in denen sich die vormalige " Heimat " befindet. Dabei sind die " Kartoffelkäfer " doch bereits durch steuerliche Vergünstigungen in der BRD gegenüber anderen Bürgern besser gestellt worden.

Nun, ja, auch dieses wird sehr schnell vergessen, wenn es darum geht, den eigenen Lebensfrust öffentlich abzuarbeiten. Steinbach´s Weihnachtsmärchen von dem, aufgrund der von ihr unterstellten " schädlichen " Toleranz gegenüber hier lebenden Ausländern, umbenannten Elmshorner Weihnachtsmarkt in " Lichtermarkt Elmshorn ", führte alsdann zu einem reflexartigen Aufschrei der braun - nationalistischen Szene. Es trat das ein, was es in den nicht besinnlichen Zeiten des Jahres Usus ist: Der völkische Mob pöbelte, drohte und beleidigte gegen die Elmshorner, ihren Bürgermeister und Menschen, die eben nicht ihrer Meinung waren.

So ist aber in einem kritisch abgefassten Kommentar zu dem Steinbach " Tweet " nachzulesen:

Es ist traurig aber wahr: Gerade die Menschen, die sich in ihrem Handeln am meisten vom Christentum entfernt haben, krallen sich verbissen an belanglose Äusserlichkeiten wie Namen oder Hautfarbe. Menschen wie Frau Steinbach mögen sich Christen nennen, ihre Worte und ihr Handel strafen sie Lügen. Leider gibt es genug andere, die auf solche Rattenfänger hereifallen. Wer Christentum in Wort und Handeln erleben will, muss bei uns suchen. Wenn ich in Afrika oder Südamerika in eine arme Kirche gehe, erlebe ich Christentum so stark in Glauben und Handeln, dass selbst einem alten Atheisten wie mir die Tränen kommen. Aber das zählt für Pseudochristen wie Frau Steinbach natürlich nicht, denn das sind ja keine Deutschen. In diesem Punkt kann ich Frau Steinbach sogar verstehen, denn würde sie diese Menschen als gleichwertig betrachten, müsste sie sich in Grund und Boden schämen. Und wer will das schon? 

 - Zitatende - aus: a.a.O.



" Aerosmith " - " Shame On You ":





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