Dienstag, 23. Januar 2018

Mein Gesülze, euer Gebrans.



Als am Samstagabend der 1. FC Köln das eigentlich nicht mehr möglich gehaltene kleine Wunder vom Rhein vollbracht hatte und bei dem derzeitigen Tabellenvorletzten ein 2:0 einfuhr, war für viele klar, was danach folgt: Markus Gisdol, der zu diesem Zeitpunkt noch verantwortliche Trainer durfte seinen Hut nehmen.

Der HSV setzt damit jenes chaotische Werkeln fort, was am Ende der vergangenen Saison bereits fast zum Abstieg geführt hätte. Als wäre auch bei diesen Hanseaten der Wurm im Gebälk, denn das knarrt seit vielen Jahren ganz gewaltig.

Dabei könnte der Klub sich finanziell zumindest in einem sicheren und ruhigen Fahrwasser bewegen, denn der Milliardär Kühne hat in die Mannschaft viele Millionen investiert, um die Personaldecke zu verstärken. Doch in der Vereinsführung herrschte genauso ein Wirrwarr, wie in dem Profikader auch. Ständig neue Namen, andere Funktionsträger und Kompetenzgerangel noch und nöcher. Was ist bloß aus diesem Verein geworden.

Nun soll es der Ex - HSVler Bernd Hollerbach versuchen. Das Umfeld ist ihm offensichtlich nicht gerade wohl gesonnen. Es hagelte Kritik, nachdem klar war, dass Hollerbach die Geschicke der ersten Mannschaft leiten soll. Doch: Wer möchte auf dem Schleudersitz bei dem HSV sonst Platz nehmen?

Bevor der neue Trainer sich für kein abgeleistetes Pflichtspiel verantwortlich Zeichnen kann, sollte die viele Beckmesser, die sich jetzt und auch in Zukunft zu Wort melden werden, zunächst den Trainer daraufhin arbeiten lassen, bevor sie über Bernd Hollerbach eine Lanze brechen und ihn verdammen wollen.

Vor einigen Wochen las ich eine Diskussion auf den Seiten der MDR - Internetpräsenz, innerhalb derer es um den Drittligisten Rot Weiß Erfurt ging. Einige Anhänger des Klubs lieferten sich dabei ein Scharmützel mit Fans anderer so genannter Ostklubs. Die Kicker aus der einstigen DDR - Blumenstadt standen zu diesem Zeitpunkt auf dem letzten, den 20. Tabellenplatz. Viele Wochen zuvor gaben sich die RW Erfurt - Getreuen noch sehr optimistisch. Deshalb äußerte sich ein Fan dazu im Nachhinein mit den Worten " Mein Gesülze,euer Gebrans ändert an der jetzigen Situation nichts! "

Uns als Norddeutsche wird das Hemd näher sein als die Jacke, deshalb schrieb ich diesen Pro - HSV - Kommentar:

@ nachgedacht: So is´et! Prima Analyse! Warum hier der eigene Verein in Grund und Boden geschrieben wird, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Mal ganz ehrlich: Selbst wenn beim HSV seit vielleicht einer Dekade so einige Dinge aus dem Ruder gelaufen sind, dürften diese zu reparieren sein. Gebt dem Bernd eine Chance, die er ebenso verdient hat, wie ein anderer Trainer. Ob er nun " antiquierte " Trainingsmethoden favorisiert, wage ich zu bezweifeln. Selbst wenn Bernd Hollerbach beim " Quälix " in die Fußballschule gegangen ist, bedeutet dieses noch lange nicht, dass er seine Philosophie des Fußballspielens übernehmen muss. Nochmals: Für mich als eingefleischter Norddeutscher gehört der HSV in die Erste - basta! Ein echter Anhänger steht auch in schlechteren Zeiten zu seinem Verein. Und: Bei allem Gesülze und Gebrans um den Klub: Geht wieder in das Stadion, unterstützt die Mannschaft, dann hält der HSV auch die Klasse!

In diesem Sinne:

" Terraplane " mit " I Survive " - " Black and White " - 1997




 

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