Sonntag, 29. Oktober 2017

Vorweihnachtszeit



Seit mehr als 6 Wochen liegen einige typische Süßwaren in den vielen Regalen der vielen Supermärkte, die den Konsumenten gnadenlos daran erinnern sollen, dass in 57 Tagen wieder einmal Heiligabend ist. Was die Produzenten der Weihnachtssüßigkeiten können, nämlich Monate vorher bereits ihre Waren auszulegen, um klingende Münze in den Kassen zu garantiere, können einige Übereifrige unter uns schon lange.

Als ich vor einigen Tagen an einem Wohnhaus vorbei ging, hing in einem der Fenster bereits ein Weihnachtsstern. Noch war es nicht dunkel genug, um diesen leuchten zu lassen. Doch allein, dass dieser Weihnachtsstern dort im Fenster angebracht war, machte mich nachdenklich.

Was bringt Menschen dazu, bereits viele Wochen vor dem Weihnachtsfest, den Tinnef in ihrer Wohnung anzubringen? Ist es der Drang, vor der übrigen Masse an das Weihnachtsfest zu erinnern? Oder wollen sie einfach nur provozieren? Vielleicht kann dieser vorzeitig angebrachte Weihnachtsstern daran erinnern, dass dieser ganze Blödsinn, der rund um das angeblich höchste christliche Fest betrieben wird, einfach nur einen Symbolcharakter hat?

Als ich heute Abend mit dem Hund unserer Enkel durch die Straßen der Stadt ging, sah ich bereits einige Lichterketten an den Balkonen, den Fensterbänken und an den Scheiben, jene blinkenden Kitsch, der an das bevor stehende Weihnachtsfest erinnern soll.

Warum es Menschen dazu treibt, bereits jetzt die Fenster mit Weihnachtsdekoration zu schmücken, mag einige Gründe haben. Es könnte sein, dass sie nur auf sich aufmerksam machen wollen. Es könnte auch sein, dass sie den unbändigen Drang haben, immer die Ersten sein zu wollen.

Zu Beginn der abgelaufenen Woche sah ich einen Bericht beim WDR, wonach einige Kleinstädte in diesem Jahr keine, mit Weihnachtsdekoration beleuchteten Einkaufspassagen unterhalten werden, weil die Kosten dafür zu hoch seien und sich eine Reihe von Geschäften in den standardisierten Fußgängerzonen der überall gleich aussehenden Innenstädte, an einer erforderlichen Umlage für diesen formatierten Mist nicht teilnehmen wollen.

Dieses ritualisierte Blendwerk, so argumentierten einige Geschäftsinhaber, bringe ihnen keinen einzigen, zusätzlichen Kunden und sei viel zu teuer. Da die Kosten, die mittels Umlage aufgebracht werden sollen, damit nicht gedeckt werden, verzichten bereites einige  Gemeinde und Kleinstädte auf die gewohnte Weihnachtsbeleuchtung.

Für Nostalgie - Fans und Kitsch - Enthusiasten wohl ein Ärgernis. Doch, wer einerseits zum umweltschonenden Energiesparen aufruft, darf andererseits nicht verschwenderisch werden.
Dennoch sind solche Ausnahmen für die Anhänger des Weihnachtsschmucks in allen nur erdenklichen Variationen ein Graus.

Solche Hardcore - Anhänger hätten es am liebsten, wenn das Frohe Fest über das gesamte Jahr begangen wird. Eigentlich ist bei diesen Menschen das ganze Leben ein einziges Weihnachtsfest. Bei ihrer Geburt dudelt es aus den Lautsprecherboxen " O, du fröhliche ", bei der Trauung " Süßer die Glocken nie klingen " und beider Beerdigung " Leise rieselt der Schnee ".
Weihnachten, überall?

In 57 Tagen ist es wieder so weit. Mich fröstelt es jetzt schon. Warum wohl?


" Tuxedomoon " - " Muchos Colores " :




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